„Zwillinge im Mutterleib“, das schöne Ostergleichnis

1. März 2008 (Kommentare: 0)

(Es scheint anonym zu sein, kursiert in verschiedensten Fassungen im Internet und wird von Hand zu Hand weitergegeben. Die Idee verdanke ich meiner Kollegin Brigitte Amstutz, Kandergrund. Hier meine persönliche Fassung, die ich natürlich die schönste und knappste finde :-) )

An Ostern begehen wir die Auferstehung von Jesus und feiern die lebendige Hoffnung auf unsere eigene Auferstehung. Für unser Denken allerdings ist das eine Zumutung. Wir können uns nicht vorstellen, was nach dem Sterben auf uns wartet. Dazu gibt es ein schönes, modernes Gleichnis:

Ein Zwillingspärchen wächst im Bauch der Mutter auf. Da haben die zwei ein Gespräch.

A: Du, sag mal ehrlich, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?

B: Ich glaube schon. Hier drin wachsen wir und werden stark für das, was draussen kommt.

A: „Draussen“?! Das ist doch nur ein Märchen für alle, welche die harte Wahrheit nicht ertragen können: Es gibt kein Leben nach der Geburt. Oder wie sollte man sich das vorstellen?

B: Das weiss ich halt nicht so genau. Aber es wird sicher viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir mit unseren Beinen laufen und mit dem Mund essen?

A: Was bedeutet „hell“, oder „herumlaufen“? Fantasiewörter, die eigentlich nichts bedeuten! Und „mit dem Mund essen“, was für Kindergeschichten! Ohne Nabelschnur gibt es keine Ernährung. Und wie willst du „herumlaufen“, wenn du an der Nabelschnur hängst!

B: Das kann man sich hier doch gar nicht vorstellen. Ich denke, es wird eben alles ein bisschen anders.

A: Ach, ich weiss nicht. Es ist ja noch keiner zurück gekommen von „nach der Geburt“. Mit der Geburt ist alles aus, Punkt.

B: Ich hoffe, du täuschest dich. Ich freue mich jedenfalls, dass wir draussen unsere Mutter sehen werden, und dass sie immer für uns sorgen wird.

A: Mutter?? Du glaubst doch nicht im Ernst immer noch an eine Mutter? Wo ist sie denn, bitteschön?

B: Na hier doch. Überall um uns herum. Wir leben in ihr und durch sie. Ohne unsere Mutter könnten wir gar nicht sein.

A: Komm schon, alles fromme Wünsche. Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie nicht.

B: Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Und ich spüre sie, wenn sie unsere Welt streichelt.

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